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Manager in der Sandwich-Position

manager in der sandwich position_476962475Als Manager mit Personalverantwortung sitzen Sie häufig zwei Stühlen. Sie sind mittendrin in der Unternehmenshierarchie zwischen dem Vorgesetzten und den Mitarbeitern und gleichzeitig zwei Seiten gegenüber verpflichtet.
Die so genannte "Sandwich-Position" bringt viele Herausforderungen mit sich. Einerseits müssen Sie als Manager gegenüber Ihren Mitarbeitern Ihrer Führungsrolle gerecht werden und Entscheidungen von oben erläutern. Andererseits müssen Sie Ihrem eigenen Vorgesetzten die Lösungen Ihres Teams kommunizieren, Erfolge vermelden und die Interessen Ihrer Mitarbeiter vertreten.

Manager zwischen 2 Stühlen


Als Manager in der Sandwich-Position sind Sie eine Anlauf- und Informationsstelle. Sie müssen in beide Richtungen kommunizieren und vermitteln. Mitarbeiter erwarten von Ihnen klare Stellungnahmen zu bestimmten Fragen und wollen in die Vorgänge einbezogen werden. Darüber hinaus ist es ihnen wichtig, dass Sie ihre Interessen nach oben vertreten. Ihre eigenen Vorgesetzten wünschen sich in erster Linie, dass die geplanten Maßnahmen effektiv und schnell umgesetzt werden. Mit kleinen Details oder Problemen wollen Sie nicht belästigt werden. Vielmehr erwarten Sie Lösungen und effiziente Arbeit. Machen Sie sich bewusst , dass Sie Ihre Aufgabe nur mit einer richtigen Portion an Balance meistern können. Sonst besteht für Sie die Gefahr, von den beiden Seiten eingeklemmt zu werden. Viele Manager stecken häufig in einem Teufelskreis fest. Damit umzugehen, können Sie lernen.

Ein Beispiel aus dem Berufsleben


In einem Ingenieurbüro planen die Manager einer höheren Ebene die Einführung einer neuen Software. Der Vertrag mit dem neuen Software-Anbieter ist bereits unterschrieben. Nun geht es darum, die bisherigen Daten und Strukturen an das neue System anzupassen. Als Abteilungsleiter halten Sie die Frist von sechs Monaten für unrealistisch, da die Umstellung neben dem "usual business" erfolgen soll und Ihre Mitarbeiter an laufenden Projekten parallel intensiv arbeiten müssen. Ihr eigener Vorgesetzter meint aber: "Dass die Umstellung in sechs Monaten nicht zu schaffen ist, höre ich zum ersten Mal. Andere Firmen schaffen es doch auch." Sie fühlen sich dabei unter Druck gesetzt, Ihre Position zu verlieren bzw. nicht weiter zu kommen. Sie können sich auch entsprechend verhalten, indem Sie schweigen, dulden, Ihre Mitarbeiter unter Druck setzen und sich an die Situation anpassen. Ihr Vorgesetzter wird sich dadurch bestätigt fühlen, dass der Kurs stimmt. Sie können aber auch plausibel argumentieren, warum Sie noch zusätzlich zwei Monate für die Umstellung brauchen. Sie haben derzeit mehrere Großkunden, die für das Unternehmen auch in den nächsten Jahren besonders wichtig sein werden. Dementsprechend intensiv soll auch deren Betreuung sein. Denn schließlich steht Ihr Unternehmen für gute Qualität und hervorragende Betreuung. Diese erfordern Mitarbeiter-Ressourcen.

Taktiken für die Sandwich-Position


Wenn Sie die Interessen Ihrer Mitarbeiter verteidigen und gleichzeitig die Erwartungen des eigenen Vorgesetzen erfüllen wollen, müssen Sie sich zunächst im Klaren sein, dass Sie es nicht allen - ob oben oder unten - recht machen können. Allein diese Erkenntnis hilft Ihnen, den bestehenden Druck abzubauen. Entwickeln Sie deshalb als Manager mit Führungsverantwortung Ihre eigene klare Strategie und weichen Sie von Ihrem Kurs nicht ab. Eine klare Linie bedeutet aber nicht, dass Sie Ihre Ziele eigensinnig und stur ohne die Rücksicht auf Ihr Team oder Ihre Vorgesetzten verfolgen. Der eigene Standpunkt muss sich in Zusammenarbeit mit den anderen bewähren. Hier kommt es ebenfalls auf den richtigen Balance-Akt an. Eine eindeutige Strategie und ein fester Standpunkt bedeuten immer - viel miteinander reden, Probleme ausdiskutieren, Konflikte auszufechten und zu effizienten Lösungen zu gelangen. Die klare Linie soll sich in jedem Rollenverhältnis durchziehen: Behalten Sie diese sowohl bei der Auseinandersetzung mit Ihrem eigenen Vorgesetzten als auch mit Ihren Mitarbeitern. Nur so wirken Sie konsequent, schaffen Vertrauen und können Ihre Strategie in beide Richtungen vertreten.

In der Lage sein, Entscheidungen zu treffen

Klar ist, dass unterschiedliche Abteilungen und Bereiche unterschiedliche Logiken entwickeln. Wenn man sie nicht einbindet, dann arbeiten alle gegeneinander. Lassen Sie als Manager alles bis ins letzte Detail diskutieren, kommen erst gar keine Ergebnisse oder Entscheidungen zustande. Sie können nicht mit allen über alles diskutieren. Das Geheimnis liegt in der richtigen Balance. Nur eine starke Persönlichkeit eignet sich als Manager. Es sind also diejenigen gefragt, die sich Meinungen anhören und das Wissen anderer schätzen, aber auch in der Lage sind, eine Entscheidung zu treffen zu dieser zu stehen. Ein schwieriger Spagat also.

Grenzen festlegen

Deshalb müssen Sie als Manager eine eindeutige Vorstellung davon haben, was Sie als Ihre Aufgabe sehen und was nicht, wo Sie Kollegen oder Mitarbeitern entgegenkommen und was Sie von anderen - ob von oben oder von unten - erwarten. Legen Sie Ihre Grenzen fest und beziehen Sie Stellung. Werden Sie bloß kein Spielball Ihrer Rollenpartner und deren Erwartungen, sonst werden Sie für alle denkbaren Versäumnisse zur Verantwortung gezogen, auch für die, die nicht zu Ihrem Verantwortungsbereich gehören. Zu den Aufgaben eines guten Managers mit Führungsverantwortung gehört es ebenfalls, auch mal unbequeme Entscheidungen zu treffen, unangenehme Sachverhalte anzusprechen oder Informationen anzukündigen bzw. weiterzugeben, die nicht allen Beteiligten passen.

Stress-Situationen bewältigen


Als ein erfolgreicher Manager müssen Sie mit Stress gut umgehen können. Und wenn es doch zu unvermeidlichen Stress-Situationen kommt, gilt es, Ruhe zu bewahren und den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Fehlentscheidungen dürfen weder vor den Mitarbeitern noch vor den Vorgesetzten von oben vertuscht werden. Damit tun Sie sich keinen Gefallen. Stehen Sie zu Ihren Entscheidungen. Gehen Sie schwierigen Gesprächen nicht aus dem Weg, sondern bereiten Sie sich sorgfältig darauf vor, indem Sie sich Argumentationsleitfaden erarbeiten. Konflikte oder Problemsituationen regeln sich nicht von selbst. Gefragt sind klare Lösungen und eindeutige Entscheidungen.

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